Cruces y Fuegos Los Realejos 2011 (Teneriffa)

Seit 300 Jahren besteht die Tradition des “Kreuzfestes” in Los Realejos im Norden Teneriffas. Die Einwohner bereiten sich schon monatelang auf dieses Ereignis vor. Das Fest wird in allen Orten der Insel gefeiert, deren Ortsbezeichnung ein “Cruz” = Kreuz beinhaltet, z.B. Puerto de la Cruz. Dabei hat Los Realejos eine Besonderheit, hier rivalisieren 2 von der Kirche ausgehende, parallel verlaufende, sehr steil ansteigende Straßen, die Calle el Medio und die Calle el Sol um die schönste geschmückte Straße und um das fulminanteste Feuerwerk, was als das schönste, lauteste und längste Feuerwerk der gesamten kanarischen Inseln gilt.

Überall in der Calle del Medio und Calle del Sol sind in den Hauseingängen und in den Fenstern Kreuze auf eine eigene Art und Weise geschmückt und abends beleuchtet. Alleine in Los Realejos sollen es über 300 Kreuze sein, die im ganzen Ort verteilt sind. Sie sehen aus wie kleine eigenständige Kapellen und sie sind mit aufwändigen Blumengirlanden und selbst gesteckten Blumenkreuzen gestaltet. Voller Stolz weisen die Anwohner auf die Eigenkreationen den Fremden hin.

Am Nachmittag beginnt die Prozession nach der Messe. Mehrere Männer tragen ein riesiges mit Blumen bekränztes Kreuz die sehr steile Calle el Sol hinauf und die Calle el Medio wieder hinunter bis zur Kirche, begleitet von einer Musikkapelle und immerfort zu hörenden Knallkörpern, die möglichst laut sein müssen. Ist die Prozession wieder am Kirchplatz angekommen, wird eine kleine Mascleta gezündet. Höllisch laut, ohne Ohrschutz bei dem sehr geringen Abstand kaum auszuhalten. In diesem Jahr fiel die Mascleta bestimmt um 2 Drittel kleiner aus, als im vergangenen Jahr, genauso wie das Feuerwerk am Abend, was zwar immer noch Längen von denen in Deutschland gezündeten voraus ist, jedoch man merkt auch hier, die Leute haben kein Geld mehr für Feuerwerk. Das Budget kommt aus privaten Spenden und Sammlungen und es fließen keine öffentlichen Mittel, die Arbeitslosigkeit auf der Insel ist sehr hoch.

In diesem Jahr hatten die Feuerwerker von Hermanos Toste und H.Caballer sehr mit der Zeit zu kämpfen, denn die Tage zuvor regnete es wie aus Kannen und der Abbrenner von Toste, der auf einem großen Feld liegt, war ziemlich aufgeweicht. Bei der Masse an Material, welches dort verschossen wird, eine ziemliche Aufgabe für die Feuerwerker, die Zeit wieder rauszuholen. Insgesamt war auch hier wesentlich weniger aufgebaut als im vergangenen Jahr.

Trotzdem, es waren schon 2 sehenswerte Feuerwerke. Leider war nach dem Feuerwerk von Toste das Tal so verraucht (kein Wind und der Talkessel), dass beim 2. Feuerwerk von Caballer, was vom bildlichen Aufbau her fürs Auge mehr bot, die großen Kaliber im Nebel verschwanden. Ich musste das Filmen und Fotografieren leider demzufolge einstellen. Ärgerlich für mich und schade für die Feuerwerker für die Mühen des Aufbaus. Das 2. Feuerwerk dauerte auch nur ca. 25 Minuten. Es ist anzunehmen, dass sie einen der 3 Abbrennplätze nicht mehr gezündet haben, weil es eine Materialvergeudung gewesen wäre ist eine Vermutung von mir! Im vergangenen Jahr waren beide Feuerwerke von der Zeit her gleich lang. Und wie gesagt, es ist ein Wettbewerb der beiden Straßen, also unlogisch, dass ein Feuerwerk kürzer ist. Die Feuerwerke sind typisch Spanisch, laut, bunt und etwas chaotisch geschossen. Hermanos Caballer hat dabei den eindeutig für unseren Geschmack besseren Aufbau vorzuweisen. Hier sind viele Elemente so kombiniert, dass sie ein gesamtes Feuerwerksbild in mehreren Ebenen ergeben.

 

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